In [393]:
import re, sys, urllib.request, time
import lxml.etree as ET

In [ ]:
#This script extracts the transcitptions of the thun-korrespondenz xml-files, 
#removes the annotations and saves the cleaned text as .txt
#Problem - newline \n and encoded umlaute.

In [394]:
url = 'http://thun-korrespondenz.uibk.ac.at:8080/exist/rest/db/files/thun/xml'

In [395]:
try:
    u = urllib.request.urlopen(url)
except:
    print('something is wrong with this url')
    sys.exit(0)

In [396]:
dom = ET.parse(u)

In [397]:
resource = dom.xpath("//exist:resource/@name",
                    namespaces={'exist':
                               'http://exist.sourceforge.net/NS/exist'})

In [398]:
for file in resource[:10]:
    fileUrl = url+"/"+file
    try:
        u = urllib.request.urlopen(fileUrl)
    except:
        print('something is wrong with this url')
        sys.exit(0)
    dom = ET.parse(u)
    resource = dom.xpath("//tei:div[@type='transcript']/tei:p",
                    namespaces={'tei':
                               'http://www.tei-c.org/ns/1.0'})
    print(len(resource))
    cleanedText = []
    for p in resource:
        text = ET.tostring(p, pretty_print=True)
        text = str(text)
        pattern  = re.compile(r"<.*?>", re.DOTALL)
        newtext = re.sub(pattern,"", text)
        print(newtext, end="")
        cleanedText.append(newtext)
    hansi = " ".join(cleanedText)
    fileName = re.sub(r'.xml', ".txt", file)
    output = open(fileName, 'w', encoding="utf")
    output.write(hansi)
    output.close()
    time.sleep(5)


4
b'Innsbruck, 26. April 1850\n                \n'b'Gn&#228;digste Gr&#228;fin,\n                \n'b'Unm&#246;glich kann ich mir es versagen, Ihnen teuerste Gr&#228;fin, meine lebhafte\n                    begeisterte Freude auszudr&#252;cken &#252;ber das ruhmvolle segensreiche Werk, welches\n                        Ihr edler Gemahl mit Muth und\n                    Kraft und Glauben unternommen und in seinen wesentlichen Grundlagen mit Gottes\n                    H&#252;lfe schon vollbracht hat. Meine innigsten W&#252;nsche und Gebete waren seit Jahren\n                    auf diesen Gegenstand gerichtet, die Anerkennung und Gew&#228;hrung der freien\n                    Wirksamkeit der Kirche zum Heil der V&#246;lker Oesterreichs. Davon hing nach meiner tiefen &#220;berzeugung der volle\n                    Ergu&#223; des g&#246;ttlichen Segens &#252;ber die Monarchie und den geliebten Regenten ab. Durch den\n                    unvergleichlichen Vortrag vom [7. April 1850]Das Datum\n                        fehlt an dieser Stelle. Gemeint ist sicherlich der Vortrag vom 7. April\n                        1850. An diesem Tag erstattete Thun dem Kaiser einen alleruntert&#228;nigsten\n                        Vortrag &#252;ber die Neuregelung der kirchlichen Angelegenheiten. Der Vortrag\n                        wurde in der Wiener Zeitung vom 21. April 1850, S. 1233&#8211;1236.\n                        abgedruckt. und dessen GenehmigungSiehe dazu\n                            RGBl 156/1850 und RGBl 157/1850. ist das Ziel im Hauptwerke erreicht, im\n                    Ganzen auf befriedigende Weise vorbereitet. Das unverkennbare staatsm&#228;nnische\n                    Verdienst jener trefflichen Arbeit bildet nur den minderen Theil des Anspruchs,\n                    welchen dieselbe ihren Urheber auf [sic!] den Dank und die Bewunderung des Landes und\n                    eines jeden katholischen Gem&#252;ths verleiht. Offenbar hat der Geist des Herrn\n                    dabei mitgewirkt; und Er wird das Werk vollf&#252;hren und die Stellung segnen,\n                    welche Oesterreich damit in der\n                    katholischen Welt des In- und Auslandes eingenommen hat und durch welche\n                    dasselbe die ihr geb&#252;hrende feste und w&#252;rdige Haltung, das lange vernachl&#228;&#223;igte\n                    Hauptelement seiner moralischen Macht wieder gewinnt. Seit mehr als siebenzig\n                    Jahren hatte unsere Regierung gegen die Kirche einen unerfreulichen Krieg\n                    gef&#252;hrt, une guerre de Chicane; zum ersten Mahle f&#252;hrt sie jetzt gegen dieselbe eine\n                    ehrliche Sprache und geht auf eine offene Verst&#228;ndigung mit ihr ein.Habe\n                    ich n&#246;thig Ihnen zu sagen, theuerste Gr&#228;fin, wie wohl es mir thut, meine Gef&#252;hle\n                    bei einer solchen That auf einen geliebten Freund, auf den Sohn der unverge&#223;lichen Gr&#228;fin Therese beziehen zu k&#246;nnen,\n                    die wir als Heilige verehren und deren Segen so sichtbar &#252;ber ihm waltet. Seit\n                    45 Jahren besteht das Band, das mich an Ihr Haus kn&#252;pft und welches alle damals\n                    noch ungeborne Glieder desselben umschlie&#223;t: Darin liegt mein Anrecht, Ihnen\n                    diesmal meinen herzlichen Gl&#252;ckwunsch darzubringen und denselben durch Sie,\n                    theuerste Gr&#228;fin, an den vielbesch&#228;ftigten Gemahl, an Ihre verehrte Frau Mutter, an Ihren lieben Schwiegervater, an alle\n                    die Ihrigen, meinen vortrefflichen Fritz und seine Leopoldina, welche wohl noch in Wien\n                    verweilen, nicht davon ausgeschlossen, zu richten.Der Empfang der Wiener\n                    Zeitung vom 21. war f&#252;r mich ein wahrer Festtag; auch meine Hausgenossen nahmen\n                    daran Theil und der Vortrag wurde zur Freude und Erbauung\n                    aller im Refectorium verlesen.Also nochmals Gottes Segen sey &#252;ber Ihnen\n                    allen!Verzeihen Sie mir meine Zudringlichkeit Ihnen zu schreiben; der Drang\n                    des Herzens gebot es mir.Erhalten Sie mir Ihr gn&#228;diges Wohlwollen und\n                    genehmigen Sie den Ausdruck meiner treuen Verehrung.\n                \n'b'Senfft\n            \n'3
b'&lt;Mir von F&#252;rst Felix\n                        Schw[arzenberg] damals &#252;bergeben&gt; Randbemerkung von Thun\n                \n                \n'b'Auszug aus einem Schreiben ddt. 18. August 1849\n                \n'b'Professor Hirscher in\n                        Freiburg hat eine Schrift (&#8222;Die kirchlichen Zust&#228;nde\n                    der Gegenwart&#8220;) Vgl. Johann Baptist Hirscher, Die socialen\n                        Zust&#228;nde der Gegenwart und die Kirche, T&#252;bingen 1849, Neudruck Frankfurt\n                        1973.ausgehen lassen, welche, wenn nicht ein halbes Wunder den\n                    nat&#252;rlichen Lauf der Dinge hemmt, Bewegungen im katholischen\n                        Deutschland hervorrufen wird, neben welchen das\n                    Rongescandal Der katholische Kaplan Johannes Ronge aus\n                            Oberschlesien protestierte 1844 in einem offenen\n                        Schreiben gegen die Trierer Wallfahrt von\n                        1844 und gegen die Verehrung der dort ausgestellten Reliquie, des Rockes\n                        Christi. Er prangerte die Wallfahrt als G&#246;tzenfest an und wandte sich gegen\n                        die Ausw&#252;chse der Kirchenlehre, weshalb er von der katholischen Kirche\n                        exkommuniziert wurde. 1845 gr&#252;ndete er eine neue &#8222;romfreie&#8220;\n                        deutschkatholische Kirche, die sp&#228;tere freireligi&#246;s genannte Bewegung.\n                    als ein weit geringeres &#220;bel verschwinden d&#252;rfte. Das Wichtigste und\n                    &#220;belste daran ist, da&#223; sie die Fahne der Rebellion des niedern Clerus gegen die\n                    Bisch&#246;fe aufpflanzt. Was das deutsche Episcopat dagegen thun wird, wei&#223; ich zur\n                    Stunde noch nicht. Was ich aber aus gewissen, mir bekannten Pr&#228;missen heute\n                    schon mit Bestimmtheit voraussagen kann, ist ein Anathem Exkommunikationvom Heiligen Stuhle, welches in wenigen Monaten,\n                    vielleicht noch fr&#252;her, erfolgen wird:Nun wei&#223; ich ex certa scientia, da&#223;\n                        Graf Thun sich &#252;ber Hirscher und seine neueste\n                    Schilderhebung mit Enthusiasmus ge&#228;u&#223;ert hat.Ich kenne den Grafen pers&#246;nlich und seine &#196;u&#223;erungen\n                    machen mich nur besorgt, aber nicht irre in meiner, sonst sehr g&#252;nstigen Meinung\n                    &#252;ber seinen Character und seine Denkweise. Er kennt aber gewisse factische\n                    Verh&#228;ltnisse nicht und hat sich mit jenen Fragen nie ex professo besch&#228;ftiget.\n                    Zudem ist die Hirscher&#8216;sche Schrift mit gro&#223;er List und Kunst, gerade auf die\n                    Ber&#252;ckung edler, aber der Sache unkundiger Gem&#252;ther berechnet. Auch habe ich die\n                    eben mitgetheilte Notiz nicht aus dem Berichte solcher gesch&#246;pft, die dem neuen\n                        Minister &#252;bel wollen, sondern\n                    die ihn aufrichtig hochverehren und in anderen Beziehungen, namentlich in\n                    Betreff seiner richtigen W&#252;rdigung des Einflusses der Kirche auf die\n                    Wiederherstellung der Ordnung im Staate, nicht genug r&#252;hmen konnten. Ich bin bis\n                    jetzt noch immer der Meinung, dass die Wahl des Grafen L[eo] T[hun] die beste war, die getroffen werden konnte.Desto\n                    nothwendiger ist es, ihn zu conserviren. Zu diesem Ende mu&#223; um jeden Preis\n                    verh&#252;tet werden, da&#223; er seine oben bezeichnete Ansicht von der Hirscher&#8217;schen\n                    Sache fixirt. Ein offener und fester Character, wie\n                        Graf T[hun] w&#228;re unf&#228;hig, nicht nach seiner einmal festgestellten Auffassung zu\n                        handeln und die weitere Folge davon k&#246;nnte keine\n                    andere sein, als 1) in allerk&#252;rzester Frist maa&#223;loses Unheil und unheilbare\n                    Verwirrung (namentlich in B&#246;hmen!) und 2) als letztes Resultat\n                    derselben, da&#223; er selbst im Laufe eines halben Jahres &#8222;unm&#246;glich&#8220; w&#228;re. Die\n                    Aufgabe ist also: zu bewirken, da&#223; er sein Urtheil einstweilen suspendire, guten\n                    Rath h&#246;re, nach und nach seine Meinung berichtige, einstweilen aber sich aller\n                    &#196;u&#223;erungen enthalte, die denen, welche jetzt die Revolution auf das Gebieth der\n                    Kirche verpflanzen wollen, Hoffnungen erregen, die Katholiken aber mit Mi&#223;trauen\n                    erf&#252;llen, &#252;berhaupt Vielen, die ihm nicht wohl wollen, Waffen\n                    gegen ihn in die Hand geben k&#246;nnten.\n            \n'5
b'Hochgeborner Graf!Hochzuverehrender Herr Staatsminister!\n                \n'b'Eurer Excellenz erlaube ich mir nachtr&#228;glich zu meinem letzten Schreiben in der\n                    Angelegenheit des Herrn Prof. Dr.\n                        Koch, anliegend eine soeben hier erschienene kleine Schrift\n                    desselben ergebenst zu &#252;bersenden, woraus Euer Excellenz Sich Selbst &#252;berzeugen\n                    wollen, da&#223; die von Dr. Koch\n                    beabsichtigte oder gew&#252;nschte Aufstellung seines merkw&#252;rdigen fossilen\n                    Riesenthieres in Wien, allerdings durch das lehrreiche\n                    Interesse, welches sie bietet, Hochdero Unterst&#252;tzung behufs der kostenfreien\n                    Anweisung eines geeigneten Locales wohl verdient, um welche ich daher im Namen\n                    des wackern Mannes nochmals recht angelegen bitte.Zugleich erlaube ich mir\n                    in redlichem Vertrauen Eurer Excellenz einen gestern von Herrn Geheimenrath\n                    [sic!] Dr. Br&#252;ggemann\n                    (gegenw&#228;rtig in Erfurt) erhaltenen Brief aus dem Grunde\n                    zur gef&#228;lligen Einsicht mitzutheilen, weil darin eine, auch Eure Excellenz nahe\n                    betreffende Angelegenheit ber&#252;hrt wird, die Berufung n&#228;mlich preu&#223;ischer\n                    Professoren nach Oesterreich. Ich kann es nicht l&#228;ugnen, da&#223;\n                    diese Ma&#223;regel, und insbesondere manche der Personen, auf welche sie sich\n                    erstreckt, hier und anderw&#228;rts in intelligenten Kreisen Gegenstand des\n                    Befremdens und der Besorgnis geworden, und da&#223; man sich fragt, ob\n                        Oesterreich denn nicht schon hinl&#228;nglichen eigenen\n                    Vorrath an aufl&#246;senden und zersetzenden Elementen habe, da&#223; es sich derlei\n                    Stoffe k&#252;nstlich von au&#223;en importire und einimpfe? Insbesondere nennt man hier\n                    einen GelehrtenGemeint ist wohl Hermann Bonitz., der mit seinen\n                    Vorschl&#228;gen dabei zu Rathe gezogen seyn soll, und dem man wohl philologisches\n                    Wissen, umso weniger aber alles andere zuerkennen will, worauf es bei der\n                    Auswahl der Jugendbildner, zumal f&#252;r ein katholisches Land, doch zun&#228;chst\n                    ankommen d&#252;rfte. &#8211; Geheimrath Br&#252;ggemann, der das katholische Studienwesen im preu&#223;ischen\n                    Cultusministerium leitet, war k&#252;rzlich hier, und wir sprachen auch gelegentlich\n                    &#252;ber jene, von Eurer Excellenz gewi&#223;, woran niemand zweifelt, in der allerbesten\n                    Absicht zugelassenen Berufungen, und an dieses Gespr&#228;ch kn&#252;pft sich der gestrige\n                        BriefDer erw&#228;hnte Brief ist nicht &#252;berliefert.,\n                    den ich Hochderselben nicht vorenthalten zu d&#252;rfen glaube, bittend jedoch, da&#223;\n                    diese Mittheilung als eine des engsten Vertrauens angesehen werden wolle.\n                    Geheimrath Br&#252;ggemann ist ein\n                    durch Charakter und wissenschaftliche Bildung gleich sehr ausgezeichneter Mann,\n                    und dabei von inniger katholischer Gesinnung und Glaubenstreue beseelt, wie sein\n                    Auftreten in der preu&#223;ischen Kammer bewiesen [sic!]. (Seine durch ein momentanes\n                    Augenleiden ungl&#252;cklicher Weise noch unleserlicher gewordene Handschrift bitte\n                    ich zu entschuldigen; ich habe mich bem&#252;ht, durch Nachh&#252;lfe der Z&#252;ge das\n                    Dechiffriren m&#246;glichst zu erleichtern.)Wird denn unsre vorigj&#228;hrige so\n                    m&#252;hsame Episkopalconferenz nicht endlich einige Fr&#252;chte tragen? Es w&#228;re wohl an\n                    der Zeit! &#8211; M&#246;ge man auch erkennen, da&#223; es, namentlich bei der heutigen\n                    politischen Weltlage, f&#252;r einen katholischen Staat gewi&#223; eine Forderung der\n                    Klugheit, geschweige der Gerechtigkeit ist, der katholischen Kirche gegen&#252;ber\n                    sich mindestens ebenso liberal zu beweisen, wie das erzprotestantische\n                        Preu&#223;en. &#8211; M&#246;ge es dem gerechten redlichen Willen Eurer\n                    Excellenz, von welchem ich vollkommen &#252;berzeugt bin, bald gelingen, die\n                    entgegenstrebenden Hindernisse zu beseitigen oder zu besiegen, und die\n                    Verfassungsverhei&#223;ungen, die in diesem Punkte unzweifelhaft\n                        edle Errungenschaften sind, wahr zu machen! \n                \n'b'Mit vollkommenster Hochachtung habe ich die Ehre zu geharren\n                \n'b'Eurer Excellenzganz ergebenster DienerM.\n                    DiepenbrockF&#252;rstbischof\n                \n'b'Breslau, den 4. April 1850\n            \n'3
b'Ehe die Frage er&#246;rtert werden kann, ob es thunlich &#8211; oder gar nothwendig, da&#223; die\n                    Grenzregimenter unter die Leitung der Oberbeh&#246;rde der betreffenden Kronl&#228;nder zu\n                    stellen oder wie bisher unmittelbar unter dem Kriegsministerium zu verbleiben\n                    und als Mittelsbeh&#246;rde nur jene milit&#228;rischen Stellen in den Provinzen haben\n                    sollen, welche die bisherigen Generalcommanden ersetzen; &#8211; mu&#223; er&#246;rtert werden,\n                    was eigentlich mit der Grenze geschehen soll.In der octroirten Verfassung\n                    sind im Bezug derselben zwei Ber&#252;hrungspunkte, welche sich scheinbar geradezu\n                    wiedersprechen.Der eine Paragraph sichert allen Staatsb&#252;rgern ohne Ausnahme\n                    gleiche Berechtigungen &#8211; also auch den Grenzern.Der andere Paragraph stellt\n                    fest, da&#223; die Grenze bleiben soll wie sie ist. In der praktischen Ausf&#252;hrung\n                    lassen sich mit kluger Umsicht diese scheinbaren Wiederspr&#252;che der Art vereinen,\n                    da&#223; Beiden gen&#252;ge geleistet wird.Da&#223; das Grenzinstitut zeitgem&#228;&#223;e\n                    &#196;nderungen, respective Verbesserungen bedarf, unterliegt keinen Zweifel.Es\n                    wurde demgem&#228;&#223; auch schon ein Entwurf ausgearbeitet. So viel Gutes dieser\n                    Entwurf enth&#228;lt, so hat er nach meiner Ansicht doch Ein Hauptgebrechen.Es\n                    stellt ein neues System hin und nimmt aus dem Alten auf, was gut ist.Meine\n                    Meinung w&#228;re, das Alte in der Hauptsache als Basis zu lassen und auszuscheiden,\n                    zu verbessern, was nicht mehr zeitgem&#228;&#223; oder durch falsche Ma&#223;regeln verdorben\n                    wurde.Das urspr&#252;ngliche Grenzgrundgesetz ist sch&#246;n und gut, nur\n                    gr&#246;&#223;tentheils zum Formenwesen herabgezerrt.Ein zweiter &#220;belstand, da&#223; seit\n                    einer Reihe von Jahren nur alles Jenes Geltung fand, was die Ausgaben minderte &#8211;\n                    die Einnahmen vermehrte &#8211; ohne R&#252;cksicht der Folgen.Durch zweckm&#228;&#223;ige\n                    &#196;nderungen diese Lasten dem Grenzer zu nehmen, das Unhaltbare aus dem alten\n                    System auszuscheiden, ist erste Aufgabe.Bei jedem dieser Schritte wohl zu\n                    erw&#228;gen, da&#223; durch selben das als Bedingnis aufgestellte milit&#228;rische Prinzip\n                    nicht geschw&#228;cht, im Gegentheil gekr&#228;ftigt werde: Hauptr&#252;cksicht. Aus der\n                    Schwierigkeit dieser Arbeit geht schon die Unm&#246;glichkeit hervor, diese neue\n                    Gestaltung die da werden soll, wie aus einem Gusse hinzustellen, um so mehr als\n                    alle administrativen &#196;nderungen im Vorhinein schlecht genannt werden k&#246;nnten,\n                    wenn sie nicht Hand in Hand analog den neu zu schaffenden Institutionen im\n                    nachbarlichen Provinziale gehen w&#252;rden.Ja, es ist nicht zu zweifeln, da&#223;\n                    das Durchf&#252;hren der neuen Verwaltung durch solch ein einseitiges Vorgehen auch\n                    in den nachbarlichen Provinziale gehemmt w&#252;rde, da in vielen, ja den meisten\n                    F&#228;llen die Ber&#252;hrungspunkte in der Grenze liegen.Die einzelnen F&#228;lle hier\n                    anzuf&#252;hren, in welchen diese Ber&#252;hrungspunkte vorkommen, erforderte ein eigenes\n                    Elaborat.Ich getraue mir jedoch zu beweisen, da&#223; sowohl in politischer und\n                    administrativer als auch selbst in rein milit&#228;rischer Beziehung die schroffe\n                    Abscheidung der Grenzregimenter von der Oberbeh&#246;rde der betreffenden Kronl&#228;nder\n                    ein Mi&#223;griff w&#228;re.Man bezeichne in bestimmten Z&#252;gen wie und in welcher Art\n                    in der Milit&#228;rgrenze die reine Milit&#228;rverwaltung ferner bestehen solle und lasse\n                    alle anderen Verf&#252;gungen Hand in Hand mit den neuen Gestaltungen in den\n                    Provinziale gehen, immer mit der Bedingnis als unab&#228;nderliche R&#252;cksicht vor\n                    Augen gestellt, da&#223; die der Grenze analog dem Provinziale anzupassenden\n                    Ver&#228;nderungen dem milit&#228;rischen Prinzipe nicht st&#246;rend entgegen treten. Ich lebe\n                    der &#220;berzeugung, da&#223; auf diese Art der Grenzer des gr&#246;&#223;ten Theils der Vortheile\n                    und Beg&#252;nstigungen theilhaftig wird gemacht werden k&#246;nnen, welche jeden andern\n                    Staatsb&#252;rger treffen und da&#223; er auf diese Art sicher zufrieden gestellt werden\n                    wird, wenn er solcher Institutionen auch entbehren mu&#223;, die man ihm nicht geben\n                    kann, wenn man nicht an den Milit&#228;rischen r&#252;tteln will.Dahin geh&#246;rt\n                    vorzugsweise die Vertretung auf dem Landtag.Die gewichtigsten Fragen,\n                    welche wenigstens auf den ersten Landtagen zur Sprache kommen werden,\n                    sind:1. die Entsch&#228;digungsfrage 2. die SteuerbewilligungMit\n                    diesen beiden Fragen hat der Grenzer gar nichts zu thun, denn von einer\n                    Entsch&#228;digung der erla&#223;enen Robbot ist keine Rede und der Steuerfu&#223; ist f&#252;r\n                    denselben ebenfalls nach einen ganz andern Ma&#223;stab bemessen als f&#252;r jeden andern\n                    Staatsb&#252;rger, da der Grenzer mehr mit seinem Blute leistet.Ebenso bleiben\n                    dem Grenzer alle anderen Fragen &#252;ber innere Organisation, Adminstration des\n                    Provinziale gleichgiltig und fremd; vorausgesetzt, da&#223; seine Gemeindeordnung auf\n                    die urspr&#252;ngliche Reinheit, wie diese bestanden, zur&#252;ckgef&#252;hrt\n                    wird.Scheidet man noch jene Gemeindeschaften aus der Grenze aus, welche im\n                    Laufe der Jahre, besonders durch Handel, der Art sich gehoben, da&#223; die\n                    Grenzinstitutionen nicht mehr f&#252;r sie passen und verleibt sie dem Provinziale\n                    ein (die bestehenden Communit&#228;ten), so kann man die Hauptelemente der St&#246;rung\n                    f&#252;r die Ruhe der Grenzer als beseitigt betrachten und guten Muthes der Zukunft\n                    entgegen sehen.Es ist daher meine bestimmte Meinung, da&#223; die\n                    Grenzregimenter unmittelbar unter der Leitung der in den betreffenden\n                    Kronl&#228;ndern eingesetzten, wie immer Namen habenden Oberbeh&#246;rden stehen und nur\n                    durch diese ihre Ankn&#252;pfung an das allerh&#246;chste Armeeobercommando &#8211; in rein\n                    milit&#228;rischer an das Kriegsministerium &#8211; in administrativer Beziehung finden\n                    sollen.\n                \n'b'Wien, den 22. November 1849\n                \n'b'Puffer\n            \n'4
b'Lieber Leo,\n                \n'b'Mit dem innigsten Bedauern habe ich geh&#246;rt, da&#223; Caroline an den Bl&#228;ttern liegt! Du\n                    armer Kerl! Das ist ja eine entsetzliche Plage f&#252;r dich und f&#252;r sie! Du kannst\n                    sie nicht pflegen &#8211; das ist nat&#252;rlich &#8211; und ihre Bekannten werden es mit Angst\n                    vor Ansteckung nicht!!Nun komme ich mit einer recht unversch&#228;mten Anfrage!\n                    Ich kann in der jetzigen Zeit nicht abkommen &#8211; sonst w&#228;re ich gekommen, obwohl\n                    ich zum Pfleger einer Krankenden wohl kaum tauge h&#246;chstens zur Wache und zum\n                    Vorleser!Aber es war der erste Gedanke meiner Frau, ob sie nicht &#8211; falls\n                    sich Caroline ihrer nicht\n                    sch&#228;mt &#8211; als Krankenpflegerin am Platze w&#228;re? Sie ist in der Hoffnung und also\n                    (wor&#252;ber ich Jaksch noch fragen w&#252;rde)\n                    vor jeder Ansteckung, so viel ich wei&#223;, sicher. Mit den Kindern k&#246;nnte ich schon\n                    allein fertig werden, Gott sei dank ist alles gesund. Auf 8 Tage k&#228;me sie also,\n                    wenn ihr sie brauchen k&#246;nnt, sehr gern, ihr brauchtet ja keine Umst&#228;nde mit ihr\n                    zu machen und besser als eine fremde Krankenw&#228;rterin w&#228;re sie gewi&#223;.Schreib\n                    mir also gleich &#8211; ganz offen ob ihr sie auf etwa 8 Tage brauchen k&#246;nnt &#8211; Wenn es\n                        Jaksch wegen der Ansteckung erlaubt,\n                    so k&#228;me sie denn gleichVon ganzem HerzenDein Franz\n                \n'b'1850.12.4.\n                \n'b'\n                    Meine Frau f&#252;rchtet, da&#223; Ihr\n                    glauben k&#246;nntet, sie wolle sich mit dem Antrage nur protzig\n                    machen &#8211; davon denke ich sind wir bei Euch aber sicher. An so was denkt niemand\n                        weniger als sie &#8211; im Gegentheil h&#228;lt sie den Gedanken\n                    noch von so Manchen zur&#252;ck!!\n            \n'6
b'M&#252;nchen, am 5. Oktober 1849\n                \n'b'Lieber Leo,\n                \n'b'erst heute bin im Stande auf deinen Brief vom 18. September zu antworten.\n                        Jarke [Jarcke] kam am Tag nach\n                    Empfang des Packets durch Ruben hier an, ich &#252;bergab ihm also zuerst dasselbe,\n                    da es von meiner Seite doch nur Neugierde gewesen w&#228;re es durchzulesen, ich auch\n                    nicht sobald dazu gekommen w&#228;re. Schreiben wollte ich dir aber erst bis ich auf\n                    deine Anfragen einige Auskunft geben konnte, nun war aber Phillipps [Phillips] auf einer Reise in\n                        Tirol, von wo er erst am 8. dieses zur&#252;ck erwartet wurde,\n                    doch unternahm es Jarke, der wu&#223;te,\n                    wo ihn aufzufinden, ihm sogleich zu schreiben und darauf kam er gleich zur&#252;ck\n                    und war heute fr&#252;h bei mir; und nun nach der Ordnung:1.\n                        Phillipps ist bereit einen Posten in Insbruck [Innsbruck] anzunehmen,\n                    weniger als 2.000 fl CM Gehalt w&#228;re ihm nicht m&#246;glich festzustellen, da er f&#252;r\n                    zu seinen litherarischen Arbeiten nothwendigen B&#252;chern viel Geld braucht,\n                    besonders, wenn er an einem Orte ist, wo ihm nicht eine so reichhaltige\n                    Universit&#228;tsbibliothek wie hier zu Gebothe st&#252;nde; ferner habe er sich durch\n                    seine Praxis &#252;berzeugt, da&#223; um einen Einflu&#223; auf die Sch&#252;ler zu haben und\n                    namentlich ihr Interesse an dem Studium zu beleben, das Katheder das Geringste\n                    sei, sondern man mu&#223; ihnen das eigene Wort angenehm machen, sie des Abends bei\n                    sich sehen, etc., was auch wieder Auslagen mache, doch mit 2.000 fl CM wolle er\n                    sich begn&#252;gen; das Fach f&#252;r welches er ernannt zu werden w&#252;nscht ist Kirchenrecht, von der Freiheit andere Collegien zu\n                    lesen w&#252;rde er auf jeden Falle Gebrauch machen, da er sich mit Vorliebe seit\n                    langem auch mit dem Staatsrechte und den Verfassungen\n                        Englands, Deutschlands etc. abgebe;\n                    die Kollegiengelder, die in Aussicht gestellt werden, seien freilich sehr\n                    geringer (ungef&#228;hr die H&#228;lfte von den hiesigen) indessen geht er darauf ein;\n                    r&#252;cksichtlich des Pauschales f&#252;r &#220;bersiedlungskosten konnte er mir im Augenblick\n                    nicht bestimmen, wird es sich aber &#252;berlegen und mir sobald m&#246;glich Antwort\n                    geben, sagte aber die Summe d&#252;rfte vielleicht etwas hoch scheinen, woran aber\n                    eben seine sehr bedeutende Bibliothek Schuld sei. R&#252;cksichtlich des gleich eintreten K&#246;nnen macht er die gr&#246;&#223;ten\n                    Schwierigkeiten, da er verheirathet ist und hier ein eigenes Haus hat, was alles\n                    Voranstalten braucht, am liebsten w&#228;re es ihm freilich, wenn er erst zum\n                    n&#228;chsten Semester eintreten k&#246;nnte, indessen ist er auch dar&#252;ber traitable,\n                    sagte aber er m&#252;&#223;te auch dar&#252;ber erst mit seiner Frau R&#252;cksprache nehmen und\n                    w&#252;rde mir Antwort sagen, eine Hauptschwierigkeit meint er w&#252;rde sein, da&#223; er\n                    jetzt kaum mehr eine Wohnung in Insbruck\n                    f&#228;nde und folglich den Winter im Wirthshaus zubringen m&#252;&#223;te, doch glaubt wird\n                    sich das Alles machen, da er offenbar gern in oesterreichische Staatsdienste\n                    tritt, und ich glaube es w&#252;rde nur f&#246;rdernd sein, wenn du mich wissen lie&#223;est,\n                    bis wann du sp&#228;testens w&#252;nschst, da&#223; er gewi&#223; eintrete, zum Anfang des\n                    Schuljahres, wenn dasselbe wirklich mit 15. dieses angeht, w&#228;re es wohl\n                    unm&#246;glich. Hinzu f&#252;gte er aber noch folgendes: sich Freiheit in seinen Vortr&#228;gen\n                    und f&#252;r seine schriftstellerischen Arbeiten (er ist eben mit einem sehr\n                    ausf&#252;hrlichen Kirchenrecht besch&#228;ftigt, von dem 4 Theile schon heraus gekommen\n                    sind und noch 7 erscheinen sollen) also in Rede und Schrift auszubedingen,\n                    glaube er, sei im gegenw&#228;rtigen Augenblick &#252;berfl&#252;ssig. Aber &#252;ber eines m&#252;sse er\n                    Gewi&#223;heit haben, da&#223; er n&#228;hmlich nicht risquire pl&#246;tzlich wider seinen Willen\n                        versetzt oder suspendirt zu\n                        werden, beides sei ihm nun schon zweimal, hier und in\n                        Preu&#223;en geschehen, und demselben k&#246;nne er sich bei seinem\n                    Alter von 45 Jahren nicht mehr einem 3. Mahl aussetzen. Er habe zwar Alles\n                    Vertrauen in das gegenw&#228;rtige Oesterreichische Ministerium, indessen seien die\n                    F&#228;lle doch schon vorgekommen und namentlich habe das Beispiel Hurters, der voriges Jahr, nachdem\n                    er nach Oesterreich berufen worden sei, fortgeschickt worden\n                    ist, ohne irgend etwas zu bekommen, hier sehr &#228;ngstlich gemacht umsomehr als man\n                    sagt, das habe geschehen k&#246;nnen, weil er noch nicht 3 Jahre angestellt gewesen\n                    sei, folglich noch keine Anspr&#252;che gehabt habe. Dar&#252;ber w&#252;nscht er nun n&#228;here\n                    Ausk&#252;nfte zu haben. &#220;brigens frug er mich auch noch, ob man an eine gr&#252;ndliche\n                    Erneuerung der Insbrucker\n                        Universit&#228;t denke oder er das einzige isolirte neue Element sei,\n                    im solchen Fall er sich mit den bisherigen Herrn Collegen wenig Erfolg\n                    verspricht.2. D&#246;llinger\n                    scheint mir vor der Hand nicht zu verm&#246;gen in unseren\n                    Dienst &#252;berzutreten, er sagte mir er habe gegr&#252;ndete Aussicht, da&#223; er bald auch\n                    hier wieder eine Lehrth&#228;tigkeit erhalte, die ihm freilich am meisten zusage,\n                    &#252;brigens entschlie&#223;e man sich in seinem Alter nur sehr schwer, in ganz\n                    ver&#228;nderte Verh&#228;ltnisse &#252;berzutreten, am meisten erschrack er offenbar vor der\n                    Zumuthung nach Prag zu gehen, wo er\n                    das Terrain ganz ung&#252;nstig glaubt, in welchem Falle er dann ganz isolirt\n                    dastehen und sonach seine Wirksamkeit g&#228;nzlich gel&#228;hmt sein w&#252;rde. D[&#246;llinger] ist &#252;brigens ein Mann der sich\n                    sehr wenig ausspricht, und ich bin ihm ganz fremd, ich glaube beinahe man w&#252;rde,\n                    wenn man ihm g&#252;nstige Bedingungen stellte und nicht\n                    auf Prag beharrt, doch noch etwas erreichen k&#246;nnen, ich\n                    werde Jarke noch bem&#252;hen, um ihn\n                    sondiren und bearbeiten zu lassen, nat&#252;rlich, als wenn es von ihm k&#228;me,\n                    vielleicht h&#246;re ich dann wenigstens etwas bestimmtes, denn meine Unterredung mit\n                    ihm machte mir den Eindruck, als ob er mich ankommen lassen wollte.3. Mit\n                        Prantl habe ich unter der Hand\n                    sprechen lassen, er w&#228;re nicht abgeneigt in &#246;sterreichische Dienste zu treten,\n                        wenn er sich dadurch verbessert, doch schlie&#223;t er\n                        Krakau und Lemberg aus, am liebsten schien ihm\n                        Graz zu sein, &#252;brigens w&#228;re er\n                    nicht sehr verw&#246;hnt, er hat hier 700 fl Gehalt und rechnet sich eine\n                    w&#246;chentliche Vorlesestunde auf 2 fl Collegiengelder, hat aber, da er selbst und\n                    seine Frau ihre Eltern hier haben manche Erleichterungen f&#252;r&#8217;s t&#228;gliche Leben,\n                    die er vielleicht in Anschlag bringen d&#252;rfte; au&#223;erdem glaube ich w&#228;re es gut,\n                    wenn man ihm gleich einen bestimmten Antrag stellte, vielleicht der Art, da&#223; du\n                    ihm ein Minimum antr&#228;gst und mir ein Maximum angibst, bis auf welches ich gehen\n                    k&#246;nnte.R&#252;cksichtlich der Einrichtung der Volksschulen habe ich die\n                    bestimmten Daten noch nicht empfangen, doch hoffe ich sie bald zu bekommen und\n                    schicke sie dir dann gleich. &#220;ber die endliche Aussicht des Zustandekommens\n                    einer neuen provisorischen Centralgewalt ist man hier sehr froh, von der Pfordten ist mit der\n                    Punktation ganz zufrieden. Beiliegend ein Zettel von Ju&#382;a [Josefine], Abschrift aus\n                    einem Briefe von Veith\n                    Diese Abschrift liegt dem Brief bei., mit Warnung\n                    gegen Bischof Dietrich [Dittrich], in\n                    diesem Sinne habe auch ich schon hier &#252;ber ihn urtheilen h&#246;ren, dann noch ein\n                    Einschlu&#223; von Franz\n                    Diese Beilage ist nicht vorhanden.. Caroline solle mir verzeihen, da&#223;\n                    ich ihr noch nicht auf ihren freundlichen Brief vom 17. September geantwortet.\n                    Ich habe ihn schon angefangen, komme aber heute nicht zu Ende und nun ist\n                    Poststunde. Also Gottbefohlen\n                \n'b'dein\n                \n'b'treuer Bruder\n                \n'b'Fritz\n                \n'5
b'Durch Ihre g&#252;tige Aufforderung, Ihnen verehrtester Freund, meine Ansichten &#252;ber\n                    Volkserziehung und dgl., auch allenfalls etwas &#252;ber den ministeriellen\n                    Organisationsentwurf f&#252;r Gymnasien mitzutheilen, haben Sie mich auf Fragen des\n                    staatlichen Lebens und Wirkens aufmerksam gemacht, die ich nie ins Einzelne\n                    verfolgt, sondern nur immer in ihren allgemeinem Verh&#228;ltnissen zur politischen\n                    Staatseinrichtung in meinen Betrachtungen ber&#252;hrt habe und die mir so weit\n                    gel&#228;ufig sind, als sie mit meiner Philosophie und Staatswissenschaft\n                    Ber&#252;hrungspunkte biethen. Die gro&#223;e Literatur in und au&#223;er\n                        Deutschland in diesem Fache ist mir so gut wie ganz\n                    unbekannt, die Verordnungen des Unterrichtsministeriums sowie der Organisationsentwurf sind mir\n                    aus theilweiser gelegentlicher Lesung nur dunkel erinnerlich. W&#228;re mein Geist\n                    von Th&#228;tigkeit anderer Art frei und mir eine l&#228;ngere Zeit zur Verarbeitung einer\n                    so gro&#223;en Idee geg&#246;nnt: dann w&#252;rde auch die Mittheilung eine vollendetere, Ihrer\n                    Aufmerksamkeit werthere Gestalt erhalten haben, aber so bei der Eingenommenheit\n                    meines Kopfes von anderen Betrachtungen und der Frist von einigen Tagen, die ich\n                    dieser Mittheilung widmen kann, mu&#223; ich auf die freundschaftliche Nachsicht\n                    Anspruch machen. Nur jene Punkte will ich ber&#252;hren, die ich als Angelpunkte der\n                    Volkserziehung und besonders in &#214;streich\n                    betrachte und deren Einflu&#223; ich in dem Verfahren der obersten\n                        Erziehungsbeh&#246;rde, obwohl diese in ihren Verordnungen und\n                    Anstalten die erleuchtesten Grunds&#228;tze und die liberalsten Ansichten an den Tag\n                    legt, vermisse oder zu vorherrschend erblicke, woraus Sie sich, wie ich hoffe,\n                    &#252;berzeugen werden, wie hoch und schwierig ich die Aufgabe unserer obersten\n                    Erziehungsleitung, des Unterrichtsministeriums anschlage, und worin ich die\n                    Wahrscheinlichkeit zur wenigstens theilweisen L&#246;sung ersehe.Alle andern\n                    Begriffserkl&#228;rungen des Wortes und Dinges Staat &#252;bergehend, fasse ich blo&#223; die\n                    Erkl&#228;rung aus dem Zwecke des Staates, insofern er diesen Namen verdient, also\n                    des Rechtsstaates, hier ins Auge, und als solcher ist dieser\n                    das einzige Mittel, in welchem die Gesellschaft und jedes ihrer Mitglieder ihr\n                    h&#246;chstes irdisches Gut zu verwirklichen und den Himmel hienieden erreichen kann.\n                    Ohne die Anstalt des Staates ist die Erreichung dieses Zweckes f&#252;r den Einzelnen\n                    wie f&#252;r die ganze Gesellschaft nicht gesichert, ja nicht recht denkbar. Der\n                    Staat ist eine so heilige Anstalt, als heilig das h&#246;chste Gut des Menschen ist,\n                    weil sich selbst eine &#252;berirdische Gl&#252;ckseligkeit ohne das harmonische irdische\n                    Leben nicht erreichbar denken l&#228;&#223;t. Die Staatsglieder werden nur soweit den\n                    Staat lieben, seine eintr&#228;chtliche Existenz sichern und sch&#252;tzen, soweit ihre\n                    Kenntnis und Liebe von ihrem h&#246;chsten Gute reicht, und sie die &#220;berzeugung\n                    gewinnen, da&#223; nur der Staat das einzige Mittel sei der gewissen Erreichung\n                    dessen, was sie anstreben sollen, und in der Regel, wenn auch auf irrigen\n                    Bahnen, anstreben. Hieraus ergiebt sich, da&#223; die Staats[an]geh&#246;rigen Wissende,\n                    Unterrichte[te], Erzogene sein m&#252;ssen und sollen, um die Existenz und\n                    Prosperit&#228;t des Staates zu verb&#252;rgen und nicht durch Indolenz oder Fehlgriffe zu\n                    vereiteln. Dieses von seinen Mitgliedern zu verlangen, dieses von jedem\n                    Zurechnungsf&#228;higen, und nur ein solcher kann als Staatsmitglied betrachtet\n                    werden, ist der Staat berechtigt also auch verpflichtet, so heilig verpflichtet,\n                    als heilig der Staatszweck ist. Dieses als unbezweifelbar angenommen, gelangt\n                    man zu der Schlu&#223;folgerung: der Staat ist berechtigt, ist verpflichtet, alle\n                    Mittel in Bewegung zu setzen und in Anspruch zu nehmen, seine Mitglieder dazu zu\n                    zwingen, da&#223; das Wissen von dem h&#246;chsten Gute des Menschen im Staate immer mehr\n                    erkannt und die Erreichung desselben durch die Erwerbung von materiellen und\n                    moralischen Mitteln auf dem Wege der Erziehung dem Volke gesichert werde. Der\n                    Staat hat das Zwangsrecht der Erziehung, der Erreichung der dazu erforderlichen\n                    Mittel. Aus diesem Standpunkte ist auch auf das Gemeinde- und Kircheneigenthum\n                    und den so oft besprochenen Schulzwang herabzusehen, dessen Aufhebung wie in\n                        Galizien keine guten Folgen gehabt, und der vielmehr so\n                    allgemein als m&#246;glich eingef&#252;hrt werden sollte.Der Staat begegnet in seinem\n                    Berufe der Volkserziehung &#228;hnlichen Strebungen der Religion oder eigentlich der\n                    verschiedenen religi&#246;sen Sekten, die den Menschen durch die Macht des Glaubens\n                    sittlich und dadurch gl&#252;cklich oder eigentlich gl&#252;ckselig zu machen sich\n                    bem&#252;hen. Dem Staate kann es nur willkommen, nur f&#246;rderlich sein, wenn eine\n                    solche aus dem Innern des Staatsb&#252;rgers gleichsam in den Staat hineingebrachte,\n                    weil im Einzelnen gegr&#252;ndete Macht, sich an seine Absichten und Zwecke\n                    anschlie&#223;t. G&#228;be es ein religi&#246;ses System mit den Grunds&#228;tzen des Rechtsstaates\n                    ganz im Einklange stehend, wie man das z. B. vom reinen Christenthum annimmt,\n                    w&#228;re die Religion nicht ein inneres, pers&#246;nliches Eigenthum und also der\n                    Willk&#252;hr des Individuums anheimfallend, nach seiner Wesenheit durchaus nicht\n                    erzwingbar, w&#228;re das reine Christenthum nicht blo&#223;es Ideal und Idee, nur durch\n                    die verschiedenen christlichen Glaubensspaltungen zur Erscheinung kommend: so\n                    k&#246;nnte wohl ein solches System aber nur anscheinend und vor&#252;bergehend zur\n                    Staatsreligion und zum Staatserziehungsinstitut werden, anscheinend und\n                    vor&#252;bergehend, weil der Mangel der Erzwingbarkeit es illusorisch machen w&#252;rde.\n                        &#214;streich wegen des Bekenntnisses der\n                    Dynastie und der Mehrheit der Staatsgeh&#246;rigen f&#252;r einen christlichen und\n                    specifisch christkatholischen Staat zu halten, ist aus obigen Grunde und auch\n                    deswegen nicht zul&#228;ssig, weil es dem Staate nicht recht zukommt, sich mit der\n                    Classifizirung der Begriffsunterschiede der Religionsbekenntnisse &#252;ber die\n                    allgemeine Zul&#228;ssigkeit hinaus derselben als Gemeinschaften zum Genusse des\n                    Staatslebens zu befassen oder gar die Staatsgeh&#246;rigen und besonders nach dem\n                    &#228;u&#223;eren und ver&#228;nderlichen Scheine ihrer religi&#246;sen Zugeh&#246;rigkeit zu beurtheilen\n                    und abzuz&#228;hlen. &#214;streich sei ein\n                    Rechtsstaat und seine Bewohner brave Staatsb&#252;rger! Die Staatsregierung hat einen\n                    gerechten Grundsatz dadurch ausgesprochen, da&#223; sie die pers&#246;nliche\n                    Religionsansicht und h&#228;usliche Religions&#252;bung ganz freigiebt, den Glauben, das\n                    Lehramt und die Aus&#252;bung der Gewissensdisciplin der aufgenommenen Kirchen durch\n                    nichts st&#246;rt, und die &#246;ffentliche Berechtigung entstehenderKorrektur aus: neuer Sekten von ihrer Bewilligung abh&#228;ngig macht,\n                    weil das Bestehen einer Religionsgenossenschaft selbst schon etwas &#196;u&#223;eres ist\n                    und Handlungen bedingt, die dem Staatszwecke nicht gleichg&#252;ltig sein, sondern\n                    oft mit demselben feindlich zusammensto&#223;en k&#246;nnen. Aber dieses alles wird f&#252;r\n                    die Bildung und Sittlichkeit wird es nicht gen&#252;gen [sic!], wenn der Staat das\n                    gesetzliche Bestehen von auftauchenden Sekten auch dann hindern wollte, wenn ihr\n                    Bekenntnis mit den Staatsgrunds&#228;tzen nicht im Widerspruch erschiene, weil man\n                    dem Disidenten zumuthen w&#252;rde, sich an die schon bestehenden anzuschlie&#223;en, und\n                    diese k&#246;nnen ihm vielleicht keine zusagen. Auch bin ich der Meinung, da&#223; dem\n                    Staate von daher keine Gefahr bevorstehe und da&#223; alle Meinungsverschiedenheiten,\n                    selbst die Ausgeburten des Socialismus und des unsinnigen Communismus, sich\n                    durch fortschreitende Volkbildung endlich in dem wahren Verst&#228;ndnis des\n                    sittlichen Staates vers&#246;hnen und ausgleichen werden.Ganz unrecht hat aber\n                    der Staat, wenn die Bildung und Erziehung eines Theiles oder des ganzen Volkes\n                    bei einer oder mehrerer Sekten gelassen wird. Der Staat darf die Erf&#252;llung\n                    seiner heiligsten Pflicht, seiner Hauptaufgabe nicht der Discretion einer\n                    Partheiung, eines besonderen Kirchenthums &#252;berlassen, sich dadurch seiner\n                    Berechtigung begeben, also auch die Verantwortlichkeit daf&#252;r unm&#246;glich machen,\n                    sollten auch die Lehrs&#228;tze eines solchen im st&#228;rksten Einklange mit dem\n                    Staatsgrundgesetze erscheinen. Der Staat, &#252;ber jeder Partheiung auf den\n                    unwandelbaren Grundlagen des Rechtes als h&#246;chste Sittlichkeitsanstalt die\n                    erhabenste Stufe auf Erden einnehmend, &#252;bersieht alle Religionsunterschiede, wie\n                    weit dieselben in die Erscheinung tretend mit seinen Zwecken nicht collidiren\n                    und vermeidet jeder Nothwendig[keit] sich auf ihre H&#252;lfe st&#252;tzen zu m&#252;ssen:\n                    deshalb erzieht er seinen B&#252;rger mit Vermeidung jeder Controverse selbst, wird\n                    nie den Unterricht der jungen Staatsb&#252;rger der vorherrschenden Leitung einer\n                    Kirche &#252;berlassen und sich um die Erziehung der Kinder anderer Kirchen wenig\n                    oder gar nicht bek&#252;mmern, d. h. wird die Elementarschulen nie bei der Kirche\n                    lassen, ohne wenigstens ihre Leitung in seiner Hand zu behalten, was aber schon\n                    gef&#228;hrlich ist, denn gerade das kindliche Alter ist am empf&#228;nglichsten, gerade\n                    die allermeisten Staatsb&#252;rger m&#252;ssen sich mit der Bildung der Elementarschule\n                    begn&#252;gen. Mir aber scheint es, da&#223; der katholischen Priesterschaft ein zu gro&#223;er\n                    Einflu&#223; bei der Bildung des Unterrichts der katholischen Jugend gegeben, der\n                    Unterricht der Jugend anderer Kirchen beinahe ganz &#252;bersehen sei, da&#223; h&#246;here\n                    Lehranstalten z. B. Gymnasien als Confessionsschulen erhalten oder in solche\n                    verwandelt werden, wenn nur die Sekte die Dotirung &#252;bernimmt. Ist es dem\n                    Staatszwecke ganz entsprechend, da&#223; der Staat durch die Bef&#228;higung von\n                    Privatlehren auch die elterliche und h&#228;usliche Erziehung &#252;berwacht, weil alle\n                    Staatsgeh&#246;rigen sein Eigenthum sind, und es nie gleichg&#252;ltig sein kann, wie die\n                    kleinen Staatsb&#252;rger zur Erreichung ihrer Bestimmung und der des Staatszweckes\n                    herangebildet werden: so ist es umso mehr recht, da&#223; der Staat die Oberleitung\n                    der Confessionsschulen, wo sie etwa bestehen m&#252;&#223;ten, f&#252;hre und nicht erlaube,\n                    da&#223; solche Confessionsschulen bestehen, worin die zarte, unzurechnungsf&#228;hige\n                    Jugend, bevor dieselbe nach den allgemeinen, vom Staate angeordneten Verfahren\n                    der &#246;ffentlichen Erziehung zum selbstst&#228;ndigen Urtheil herangebildet ist, f&#252;r\n                    besondere religi&#246;se Kirchen- und K&#246;rperschaftszwecke gleichsam gefangen genommen\n                    wird, woraus f&#252;r die Betheiligten, so oft Get&#228;uschten und f&#252;r die Gesellschaft\n                    Nachtheil entstehen mu&#223;. Die Vollendung eines bestimmten Lebensalters und eines\n                    bestimmten Kreises der Erziehung in den allgemeinen Staatsunterrichtsanstalten\n                    m&#252;&#223;ten als Bedingung des Eintrittes des Minderj&#228;hrigen in eine zu religi&#246;sen\n                    Zwecken bestimmte Confessionsanstalt mit strenger Daraufhaltung vorgeschrieben\n                    werden. Gro&#223;j&#228;hrigen Staatsb&#252;rgern h&#228;tte man nat&#252;rlich in der Wahl eines im\n                    Staate berechtigten Standes nichts vorzuschreiben, es ist aber zu bedauern, da&#223;\n                    bei dem Erlasse der ganz gerechten und freisinnigen Gesetze der freien Aus&#252;bung\n                    des Lehramts und der Kirchendisciplin der katholischen Kirche auf die Stimme des\n                    &#246;streichischen Reichstags in Kremsier wegen Aufhebung der\n                    weltlichen Verbindlichkeit der Kirchengel&#252;bde nicht R&#252;cksicht genommen wurde,\n                    wonach eine verfehlte Standeswahl durch freiwilligen Austritt schwer\n                    ausgeglichen und nicht gestattet wurde, da&#223; sich der weltliche Arm zur\n                    Verhaftung ohne Richter und Urtheil ungl&#252;cklicher Priester herleihe, die sich\n                    ihrem Stande durch &#220;bertritt zu entziehen beabsichtigen. Der Kirche soll nicht\n                    erlaubt sein, ein Mitglied unter welchem Vorwande immer gef&#228;nglich einzuziehen,\n                    auch die angeblich freiwillige Stellung zur Rekolektionshaft sollte vor ihrem\n                    Eintritte von einer b&#252;rgerlichen Beh&#246;rde als freiwillig constatirt werden.\n                    &#196;u&#223;ere Macht ist nur bei der Staatsgewalt, die Kirche kann nur aus sich\n                    ausschlie&#223;en und aufs Gewissen einwirken, was mehr ist, ist vom\n                    Unrecht.Anstalten wie Gymnasien, von denen zu w&#252;nschen ist, da&#223; durch\n                    dieselben die Staatsb&#252;rger schon in der Jugend durch das Band gemeinschaftlich\n                    genossener Bildung und Sodalitaet zu br&#252;derlich eintr&#228;chtlicher Anstrebung des\n                    h&#246;chsten Wohles &#214;streichs vereint werden,\n                    soll man nie Confessionsanstalten werden lassen, wie es leider die katholische\n                    Priesterschaft schon durchgesetzt hat, um sich von ihrer gespenstrigen Furcht zu\n                    befreien, die sie vor der echten Aufkl&#228;rung und b&#252;rgerlichen Einigkeit hegt, und\n                    gegen welche sie ungescheut predigt und spitzfindelt. Die auf Gymnasien\n                    gepflegten Wissenschaften enthalten au&#223;er der Religionslehre nichts den\n                    Confessionen feindliches. Die Religionslehre kann nach Confessionen gesondert\n                    vorgetragen werden. Die Dotirungsmittel, um deren eitlen Preis solche\n                    Concessionen erschlichen und ertrotzt werden, kommen doch zuletzt vom Volke und\n                    nicht von dem Clerus, sie werden durch die Sonderung nur zersplittert und dem\n                    Staatswohlen nicht, wohl aber dem Fanatismus gedient. Die Unterrichtsbeh&#246;rde\n                    sollte alle Transactionen zu solchen Bewilligungen vermeiden; alle wohl\n                    denkenden Staatsb&#252;rger w&#252;rden nur dankbar sein und die n&#246;thigen Mittel noch\n                    williger liefern als jetzt der collectirend bettelnden Geistlichkeit (da wo\n                    dieses Mittel der Dotirung angewendet wurde), der so mancher nur aus falscher\n                    Scham den Beitrag nicht abgeschlagen, weil er wenn auch dunkel die menschen- und\n                    staatsfeindlichen Tendenzen des modernen Pharis&#228;erthums ahnete, und nur oft geht\n                    die klare Kenntnis oder Entschiedenheit des Charakters ab, um ihm offen entgegen\n                    zu treten.Der Mangel an materiellen Mitteln ist zwar eines der ersten und\n                    wichtigsten Hindernisse des Aufkommens und Bl&#252;hens des Volksunterrichts und\n                    haupts&#228;chlich, so lange als ein Volk noch in Roheit versunken, sein h&#246;chstes Gut\n                    seine, sch&#246;nste Zierde, wahre und sittliche Bildung nicht erkannt hat; mit der\n                    Steigerung und Ausbreitung der Bildung im Volke wird auch die Bereitwilligkeit,\n                    die Regierung f&#252;r die Volksbildung zu unterst&#252;tzen, sich gewi&#223; steigern. Das\n                    gesammte &#214;streich befindet sich im ganzen\n                    auf einer sehr g&#252;nstigen Mittelstufe der Volksbildung; noch einige\n                    Th&#228;tigkeitsentwicklung, die Anwendung des Bildungszwangrechts auch gegen die\n                    entlasteten oder doch sehr erleichterten Staatsgeh&#246;rigen und Gemeinden: und\n                        &#214;streich erhebt sich auf eine gl&#228;nzende\n                    Stufe europ&#228;ischer Volksbildung. Auch m&#252;&#223;te einer billigen Ber&#252;cksichtigung\n                    unterzogen werden das Verh&#228;ltnis mancher Ortsgemeinden, welche bis jetzt\n                    gehalten sind, eine Schule h&#246;hern Ranges aus eigenen Mitteln zu dotiren, die\n                    eigentlich Bezirksschule ist wie z. B. die vierten Klassen, die durch Dotirung\n                    aus den Mitteln eines ganzen Bezirks, den Gemeinden nicht so l&#228;stig w&#252;rden und\n                    einen h&#246;heren Aufschwung erreichen k&#246;nnten.Die &#246;streichische\n                    Staatsverwaltung ben&#252;tzt vielleicht und wahrscheinlich zur Volksbildung einen\n                    Theil des sogenannten katholischen Religionsfondes, und die katholische\n                    Priesterparthei beutet diesen Umstand aus, um sich einen &#252;berwiegenden Einflu&#223;\n                    bei der Erziehung der katholischen Jugend zu sichern, deswegen stimmt sie oft\n                    die der Regierung als Schreckensruf zugedachte Losung: &#8222;Die Kirche ist frei&#8220; an.\n                    Dieser h&#228;ufig wiederholte Drohungsruf, begleitet von der nie gesparten\n                    Anpreisung der Verdienste dieser Priesterschaft, wie auch h&#246;chstwahrscheinlich\n                    dynastisch religi&#246;se Verh&#228;ltnisse haben bei uns die Bem&#252;hungen des Unterrichtsministeriums bis nun gel&#228;hmt auf dem Wege der\n                    kr&#228;ftigen &#220;bernahme der Leitung der Volksschule. Allerdings ist die katholische\n                    Priesterparthei, und nur dieser hat man bisher gestattet die christkatholische\n                    Kirchengemeinschaft zu repr&#228;sentiren, eine moralische Macht, ein Auftreten gegen\n                    ihre weltliche Herrschaft erfordert bei weniger gebildeten V&#246;lkern gro&#223;e\n                    Vorsicht; aber einerseits ist es haupts&#228;chlichst die Regierung, welche diese\n                    Macht auffallend beg&#252;nstigt, und anderseits ist auch nur eine kr&#228;ftige Leitung\n                    und Verbreitung der Aufkl&#228;rung das geeigneteste Mittel, um diese Macht auf das\n                    Gebieth zu beschr&#228;nken, welches ihr gerechterweise geb&#252;hrt und wobei von ihrer\n                    Erhabenheit nichts verloren gienge. Der g&#246;ttliche Stifter der christlichen\n                    Glaubenslehre hat in dem Satze: &#8222;Mein Reich ist nicht von dieser Erde&#8220; eine\n                    Wahrheit &#252;ber die Stellung der Kirche zum Staate und in demselben so b&#252;ndig\n                    ausgesprochen, wie es keinem philosophischen Rechtslehrer besser gelingen\n                    k&#246;nnte. Nach diesem Axiom f&#252;r Kirche und Staat g&#252;ltig kann aber die Freiheit der\n                    Kirche den Staat nie schrecken und nur so verstanden werden, da&#223; die\n                    Glaubenslehre ganz frei sei, wenn sie die irdische Macht, den Staat nicht\n                    angreift, da&#223; aber dieselbe ihre Freiheit auf die willk&#252;rliche Gebahrung mit\n                    G&#252;tern dieser Erde nicht ausdehnen darf, ohne ihrer himmlischen Natur Eintracht\n                    zu thun. Nun ist aber das Kirchengut ein irdisches Gut, auf jeden Fall aber\n                    Eigenthum der s&#228;mmtlichen Gl&#228;ubigen der christkatholischen Kirche, auf keinen\n                    Fall des Clerus allein, w&#252;rde es ausgeliefert, so w&#228;re es nur in die H&#228;nde der\n                    s&#228;mmtlichen katholischen Kirchenmitglieder zu geben und von diesen als\n                    Gesellschaft unter Oberleitung der Regierung zu verwalten, dann aber wie von\n                    jedem Eigenthum der entfallende Beitrag zu den allgemeinen Unterrichtsanstalten\n                    zu liefern; und in einem solchen Falle k&#246;nnte man nur an Unterrichtsmitteln\n                    gewinnen, denn die Gl&#228;ubigen werden dieses Verm&#246;gen nicht sparen, um ihre Lasten\n                    zu erleichtern. Eine solche Ma&#223;regel, wenn nur ihre Ausf&#252;hrung Privatr&#252;cksichten\n                    nicht hinderten, w&#228;re so leicht als m&#246;glich auszuf&#252;hren und w&#252;rde in\n                        Deutschland mehr Sympathie f&#252;r &#214;streich erwecken, als das Zollanschlu&#223;projekt des\n                    Handelsministers, denn Deutschland f&#252;hlt es richtig und tief,\n                    da&#223; mit &#214;streich, so lange dasselbe mit dem\n                    auf despotisch-aristokratischen Grundlagen stehenden katholischen Kirchenthume\n                    in partheiischer Bevorzugung verkehrt, kein auf echte Liberalitaet gest&#252;tzter\n                    Bund f&#252;r das Vaterland der Reformation zu hoffen sei, da ja die katholische\n                    Priesterkaste nirgends daraus einen Hehl macht, wie sie gegen die Fr&#252;chte der\n                    Vernunft, nach ihrem Ausdruck der falschen Aufkl&#228;rung, zu Felde zieht. Und wo\n                    giebt es die Freiheit ohne Vernunft; Vernunft, Aufkl&#228;rung, Gl&#252;ck ohne Freiheit.\n                    Auf keinen Fall soll auch der Schein der Bundesgenossenschaft mit den Gegnern\n                    der Aufkl&#228;rung das Ansehen und die Liebe einer Staatslenkung tr&#252;ben.(Konnte\n                    unsre Regierung mit Recht wegen des Lehramts und der Kirchendisciplin mit den\n                    Repr&#228;sentanten dieser Authorit&#228;ten in der katholischen Kirche, den\n                    Apostelnachfolgern, den Kirchenf&#252;rsten verhandeln; so w&#228;re sie doch nicht\n                    berechtigt die Sache des Kirchenguts mit der Geistlichkeit allein oder gar mit\n                    dem Papste abzuthun, nur die gesetzgebende Reichsversammlung ist zu solcher\n                    Erledigung berufen, welche gewi&#223; auch in naher oder fernerer Zeit die\n                    s&#228;mmtlichen Kl&#246;ster und religi&#246;sen Corporationen aufzuheben beantragen wird. Es\n                    w&#228;re zu w&#252;nschen, da&#223; ein solcher, der Vermehrung der Volkserziehungsmittel\n                    g&#252;nstiger Antrag, die allerh&#246;chste Sanction erhalte, w&#228;hrend nie darauf\n                    einzurathen w&#228;re, da&#223; die Regierung hierin vor Reifung der Volksstimme von\n                    selbst etwas mehr veranlasse, als darauf zu sehen, da&#223; die bestehenden Kl&#246;ster\n                    keine Zwingburgen seien, und da&#223; ein j&#252;ngst aufgehobener Orden, gerecht mit\n                    seinem letzten Eigenthume abgefunden, nicht mehr in &#214;streich auftrete, und die\n                    der Volksbildung, der &#246;ffentlichen Sittlichkeit und dem Ansehen wie der\n                    Wirksamkeit der Ortsseelsorge nicht f&#246;rderlichen, sondern nachtheiligen\n                    Missionspredigten unterbleiben.)Was den Inhalt der Volkserziehung\n                    anbelangt, glaube ich nicht erst bemerken zu m&#252;ssen, da&#223; derselbe nach meiner\n                    Ansicht, die naturgem&#228;&#223;e Entwicklung der Verstandes- und Gem&#252;thsanlagen im\n                    Menschen bewirken soll, deren Ausbildung das Staats- und B&#252;rgerwohl bedingt,\n                    weil ich das Streben der Regierung, nach den von mir bekannten Verordnungen,\n                    dieser Bestimmung ganz entsprechend finde, und also eine Aufz&#228;hlung von dazu\n                    dienenden Mitteln nur eitle Wiederholung w&#228;re. Die Anschauungsunterrichtsmethode\n                    ist das hiezu geeigneteste Mittel, weil es dem nat&#252;rlichen Entwicklungsgange\n                    aller Anlagen im Menschen entspricht, aber zur Ausf&#252;hrung einer solchen sind\n                    Lehrer von tieferen psychologischen Kenntnissen erforderlich, als man solche f&#252;r\n                    den Augenblick aufzutreiben vermag; deswegen w&#252;rde ich die Aufmerksamkeit der\n                    Leitungsbeh&#246;rden des Volksunterrichts auf folgende Umst&#228;nde lenken: Erstens\n                    sollten Kinder in den Elementarklassen auch au&#223;er den Kleinkinderbewahranstalten\n                    &#8211; und diese soll der Staat besonders bef&#246;rdern und unterst&#252;tzen &#8211; nicht wie\n                    Fachsch&#252;ler mit langwierigem Sitzen und erm&#252;dendem Vortrag von gar abgezogenen\n                    Regeln abgespannt und in der nat&#252;rlichen Wi&#223;begierde f&#252;rs Lernen absp&#228;nstig\n                    gemacht werden. Abwechslung im Unterrichte, zeitweise Bewegung dazwischen, und\n                    deshalb ger&#228;umigere, nicht &#252;berf&#252;llte Schulstuben sind erforderlich. Mit dem\n                    Vortrage eines bestimmten Religionscatechismus d&#252;rfte vor einem gewissen Alter\n                    nicht begonnen werden, auch sollten die Kinder vor einem bestimmten Alter z. B.\n                    14 Jahren von der Schule aus nicht dazu angef&#252;hrt werden, bestimmte religi&#246;se\n                    Mysterien, deren ihr Verst&#228;ndnis und ihre Unschuld noch nicht bedarf,\n                    mitzumachen, oder gleich M&#246;nchen t&#228;glich die Kirche zu besuchen und alle\n                    Begr&#228;bnisse, meistens auf Verdienst des Lehrers, zu begleiten, weil dieses alles\n                    die kleine Jugend beirrt, das bessere Gef&#252;hl abstumpft und nicht geeignet ist,\n                    Charaktere heranzubilden, auf welche das Gemeinwohl bauen k&#246;nnte. In den Genu&#223;\n                    der religi&#246;sen Mysterien wird das Kind noch genug zeitig gelangen, die Zeit des\n                    t&#228;glichen Kirchenganges kann in der Schule n&#252;tzlicher und and&#228;chtiger zugebracht\n                    und die Kirche an Sonn- und Feiertagen mit besserem Erfolge und bleibenderer\n                    Erbauung besucht werden. So kleinlich solche Sachen manchem Staatsmanne\n                    erscheinen m&#246;gen, so bedeutend ist ihr Einflu&#223; auf die Erziehung und den\n                    Charakter der V&#246;lker.Zu solcher Behandlung der Kinder sind aber auch als\n                    Erzieher t&#252;chtige Lehrer n&#246;thig; zur Heranbildung solcher ist aber die\n                    Vollendung der jetzigen vierten Klasse und des Pr&#228;parandenkurses nicht\n                    hinreichend; Lehrerseminare, die in andern Staaten wie in Preu&#223;en mit gro&#223;en Kosten unterhalten werden, haben\n                    am Ende aus ihren Z&#246;glingen, wenn diese nicht mit besonderer Begabung\n                    hineinkamen, keine besonderen Kirchenlichter geliefert, die au&#223;er F&#228;higkeit in\n                    der Musik von den privatim herangebildeten und auf dem Wege der Schulprax[is]\n                    gereiften Lehrern Vorz&#252;ge bewiesen h&#228;tten. Der &#246;streichische Lehrerstand selbst\n                    hat ohne das Dasein solcher Seminare ausgezeichnete Volksschullehrer\n                    aufzuweisen.Die Erweiterung der vierten Klasse um einen Jahrgang mit\n                    Vortrag &#252;ber Psychologie, Logik, Erziehungskunde, Landwirthschaft und dgl. und\n                    Unterst&#252;tzung aus Staatsmitteln t&#252;chtiger Sch&#252;ler, die sich zu Lehrern\n                    heranzubilden versprechen, eine ertr&#228;gliche Existenz f&#252;r den anfangenden Lehrer\n                    und die sichere Aussicht auf gewisse Bef&#246;rderung bei w&#252;rdiger Verwendung und\n                    Auff&#252;hrung werden uns ganz sicher mit guten Volkslehrern versorgen. Schulr&#228;the\n                    auf angemessene Bezirke und Lehrervereine werden das Fehlende erg&#228;nzen; ist doch\n                    ein gro&#223;er Theil &#214;streichs bei der\n                    bisherigen fehlerhaften Beschaffenheit des Lehrer- und Volksschulwesens gewi&#223; in\n                    der Volksbildung und dem moralischen Charakter auf einer so soliden Stufe, wie\n                    in irgendeinem noch so gelobten Staate: unsre Hoffnung f&#252;r die Zukunft ist durch\n                    die Vergangenheit gerechtfertigt und begr&#252;ndet, wir k&#246;nnen mit freudigem Herzen\n                    ausrufen: Vorw&#228;rts unser &#214;streich &#252;ber\n                    alles, wenn du willst!Die Gymnasien als eigentliche Gelehrtenpflanzschulen,\n                    die Horde der h&#246;heren Region der Volksbildung, also eigentliche\n                    Humanit&#228;tsschulen, sind vom Ministerium aufs\n                    sorgf&#228;ltigste bedacht. Der Gymnasialz&#246;gling als zuk&#252;nftige S&#228;ule und Priester\n                    der Humanit&#228;t im Staate, kann nicht zeitig genug bekannt gemacht werden mit der\n                    Erkenntnis des Sch&#246;nen, das ist des Wahren und Guten, wie es durch seine\n                    Erscheinung im Einzelnen auf unser Erkennen oder Anschauen einwirkend zum\n                    Sch&#246;nen wird und durch Anklang an sein Verwandtes, Reinmenschliches uns\n                    begl&#252;ckend erw&#228;rmt, er kann nicht zeitig genug inne werden, da&#223; die Humanit&#228;t\n                    und Verwandlung des Menschen zum Kunstwerk der eigenen Th&#228;tigkeit in seiner\n                    innersten Einzelheit in sich selbst sei, also die letzte Vollendung menschlichen\n                    Wesens durch habituell gewordenen Cultus des Sch&#246;nen. Deshalb w&#228;re das Studium\n                    des Alterthums, seiner Sprachen und Sprachformen und der &#252;brigen Gelehrsamkeit\n                    unfruchtbar und eitler Tand, wenn nicht der Geist der Humanit&#228;t, des Sch&#246;nen dem\n                    Z&#246;gling gleichsam damit aufgedrungen w&#252;rde. Dieses wird aber nicht erreicht,\n                    wenn erst im 7. und 8. Gymnasiallehrjahre und ohne Vorbereitung auf die\n                    philosophischen Studien gegriffen wird; es w&#228;re nicht zu fr&#252;h schon in der 4.\n                    Klasse, ihn in das psychologische Studium, in sich selbst einzuf&#252;hren und diesen\n                    Unterricht mit geringer Aufb&#252;rdung und Erkl&#228;rung bei entsprechender Lesung von\n                    Beispielen bis in die 6. Klasse fortzuf&#252;hren. Der Sch&#252;ler w&#252;rde schon mit der\n                    Kenntnis des Ichs in die Wissenschaft dieses Ichs, die Philosophie im siebten\n                    Jahre &#252;bergehen, anstatt wie jetzt unvorbereitet ein ganz fremdes Gebieth\n                    betreten zu m&#252;ssen. Gro&#223;e Schwierigkeiten w&#252;rden so unbemerkt &#252;berwunden, und\n                    das ganze Studium erst recht furchtbar gemacht. Geschickten Lehrern, wie sie am\n                    Gymnasium bestehen, w&#228;re die Durchf&#252;hrung ein Leichtes, ein angemessenes\n                    Lehrbuch, mit Anweisung des Lehrers wie weit in jeder Klasse vorzutragen, zu\n                    verlegen k&#246;nnte auch nicht schwer werden.Sehr w&#252;nschenswerth ist es, da&#223;\n                    die k&#246;rperliche Erziehung der Schuljugend und die gymnastischen &#220;bungen bald in\n                    Anwendung kommen, wie solche schon fr&#252;her vom Unterrichtsministerium in seinem Programm versprochen\n                    wurden.Noch er&#252;brigt &#252;ber die Sprache des Volksunterricht das zu bemerken,\n                    da&#223; es wohl Tyrannei w&#228;re, den Elementarsch&#252;ler in einer andern als der\n                    Muttersprache unterrichten zu wollen, es w&#228;re auch zwecklos; da aber &#214;streich in diplomatischer wie in staatlicher\n                    Beziehung nur als vorwiegend deutscher Staat betrachtet werden mu&#223;, weil selbst\n                    die slavischen Idiome, die noch am st&#228;rksten vertreten sind, nur durch das\n                    Mittel der deutschen Sprache sich verst&#228;ndigen, und diese Sprache in &#214;streich, au&#223;er Italien, am\n                    meisten verwendet und verbreitet ist, auch leicht von allen Nationen erlernt\n                    wird: so wird es billig und wohlth&#228;tig sein, Sch&#252;ler, die den Bau ihrer\n                    Muttersprache schon grammatisch erlernt haben, in die Kenntnis der deutschen\n                    Sprache einzuf&#252;hren. Sch&#252;ler der 3. Normalklasse und dar&#252;ber sollten ohne\n                    Unterschied der Nationalitaet neben ihrer Muttersprache das Deutsche\n                    pflichtm&#228;&#223;ig lernen, weil es so das &#246;streichische Staatswohl erheischt, da&#223;\n                    jeder Gebildete, zur Vertretung des Staatsinteresses Berufene diese beiden\n                    Sprachen inne haben und dadurch die Communication erleichtern, bis vielleicht in\n                    gl&#252;cklicherer Zukunft das Sprachbabel, dessen Erlernung so viel Zeit dem wahren\n                    Bildungsunterrichte raubt, sich nach Beilegung der\n                    Nationalit&#228;ts-Alleinseligmachungstheorie, weniger gro&#223; erscheinen wird, was nur\n                    durch strenge Durchf&#252;hrung obiger Schulma&#223;regel m&#246;glich ist.Der Staat\n                    wendet wohl seine liebevolle Aufmerksamkeit zuerst der Erziehung der zarten,\n                    empf&#228;nglichen Jugend zu; jede Verwaltung findet aber auch eine Menge\n                    verwahrloster Staatsgeh&#246;riger vor, eine Menge vergessen das Erlernte, verfallen\n                    in Unwissenheit und Fehler, und aller dieser Heil giebt der erziehende, der\n                    sittliche Staat nicht auf, auch f&#252;r diese hat er Anstalten und Mittel geistiger\n                    Unterst&#252;tzung in Bereitschaft, keine solche Anstalt soll au&#223;er dem Einflusse des\n                    Unterrichtsministeriums stehen, wenn auch die Hauptverwaltung anderen\n                    Ministerien zuk&#228;me. So wie &#252;berhaupt der Mensch und Staatsb&#252;rger nie aufh&#246;rt zu\n                    lernen und sich zu vervollkommnen: so bleibt er auch in allen Schichten und\n                    Altersstufen unter der liebevollen Aufmerksamkeit des f&#252;r Belehrung bem&#252;hten\n                    Staates.Der Wirkungskreis des Unterrichts- und\n                        Cultusministeriums ist in einem an Bildung mehr potencirten Staate\n                    sehr wichtig und erhaben und so weit, da&#223; dessen Umfang im Allgemeinen schwer zu\n                    bestimmen ist: er reicht so weit als es darum geht, den Staat durch\n                    Wissenschaft, Kunst und Sittlichkeit zu befestigen, zu begl&#252;cken und so das\n                    Reich Gottes auf Erden zu gr&#252;nden.Bedenkt man die Ausf&#252;hrbarkeit dieser nur\n                    ann&#228;hernd zu l&#246;senden Aufgabe in unserm theuren &#214;streich, verschieden an V&#246;lkern, Volksschichten, Religionen,\n                    Zungen und Tendenzen, weit ausgebreitet nach allen Strahlen der Windrose: da\n                    erscheint die Aufgabe riesenhaft; erw&#228;gt man dabei das tragische Ende und\n                    Erl&#246;schen der kolosalen Staaten des Alterthums, die doch den Vortheil der\n                    Transformations- und Assimilirungsmacht des erobernden Despotismus ungescheut\n                    und mit viel Gl&#252;ck durchf&#252;hrten, w&#228;hrend eine jetzige Regierung mit den\n                    z&#228;nkischen Nationalit&#228;tchen so haicklich [sic!] umgehen mu&#223;: da wird&#8217;s um diese\n                    Ausf&#252;hrbarkeit uns sehr wehm&#252;thig.Das eine wachende Auge im Mittelpunkte\n                    des Staatsorganismus, dem diese ungeheure Aufgabe vorliegt, den Unterricht, die\n                    Erziehung und Begl&#252;ckung der V&#246;lker &#214;streichs zu leiten und zum h&#246;chsten Ziele zu f&#252;hren, kann dieses\n                    Ziel nur dann erreichen, wenn es ihm bald gelingt, in den beabsichtigten\n                    Schulr&#228;then, durch die Wahl an Wissen, Willen und Vaterlandsliebe erprobter\n                    M&#228;nner, taugliche Werkzeuge, verl&#228;&#223;liche Gehilfen zu erwerben. Durch solche Wahl\n                    und durch unerbittliche Beseitigung des Unkrauts wird es gelingen, &#214;streich zu einem Sittlichkeits- zum wahren\n                    christlichen Staat voller Ehren zu machen, welchen das tragische Ende der\n                    Alterthumsstaaten nie bedrohen wird. Das wird geschehen, wenn es ernstlich\n                    gewollt wird, es ist aber dazu rathsam und n&#246;thig, da&#223; schon jetzt das Unterrichtsministerium seine Th&#228;tigkeit durch Aufnahme der besten\n                    M&#228;nner aller Confessionen und Kronl&#228;nder verst&#228;rke, w&#228;hrend dieses bis nun nicht\n                    der Fall zu sein scheint.Wer wie ich die Vergangenheit von 35 Jahren, die\n                    Fortschritte in der Prosperitaet und Bildung &#214;streichs und besonders die g&#252;nstige Kl&#228;rung der Ansichten und\n                    Tendenzen in allen Volksklassen seit 1848 aufmerksam, ohne Furcht und\n                    unpartheiisch beobachtet hat, der kann getrost sich den sch&#246;nsten Hoffnungen f&#252;r\n                        &#214;streichs Zukunft hingeben.\n                \n'b'Das hier Mitgetheilte, lieber Freund, ist nicht neu und Millionen Mitb&#252;rgern\n                    bekannt; ich habe es niedergeschrieben, um meinem theuren Lehrer Rechenschaft zu\n                    legen von meinen Ansichten und W&#252;nschen hinsichtlich der einen Staats- und\n                    Volksangelegenheit. Ihrem r&#252;cksichtslosen Urtheile sehe ich mit der Ruhe\n                    entgegen, mit welcher ein unbefangenes aufrichtiges Streben einem solchen\n                    entgegen sehen kann. Wollen Sie ein solches Urtheil sicher zukommen lassen\n                \n'b'Ihrem Verehrer\n                \n'b'Josef Kwieci&#324;ski\n                \n'b'Biala 2. October 1850\n            \n'5
b'Eure Excellenz,\n                \n'b'haben mir in Paris eine so wohlwollende Aufnahme und schon\n                    l&#228;ngst ein so huldvolles Interesse geschenkt, da&#223; ich Ihre Anwesenheit in\n                        Wien f&#252;r einen Zweck zu n&#252;tzen wage, den ich der\n                    Protektion eines so erleuchteten Staatsmannes w&#252;rdig glaube.Ich habe unterm\n                    16. April Seiner Erlaucht dem Grafen\n                        Kuefstein, nicht ohne seiner eigenen Veranlassung, den Antrag\n                    einer wissenschaftlichen Mission &#252;bergeben, den derselbe sofort hochgeneigtest\n                    an den Herrn F&#252;rsten\n                        Ministerpr&#228;sidenten selbst einsandte. Dieser Antrag bezweckt\n                    zun&#228;chst eine wissenschaftliche Mission nach dem Morgenlande, soweit ich\n                    dasselbe schon fr&#252;her bereist habe, theils um einen gro&#223;en einzigen Bibelschatz\n                    zu erwerben oder wenigstens an Ort und Stelle f&#252;r die Wissenschaft und Kirche\n                    auszubeuten, theils um &#252;ber s&#228;mmtliche dortige gr&#246;&#223;tentheils erst durch mich in\n                        Europa n&#228;her bekannt gewordenen Bibliotheken eine\n                    Catalogue raisonn&#233; zu fertigen, unter sofortiger Erwerbung aller wichtigen\n                    Handschriften, soweit dies m&#246;glich w&#228;re. Zugleich hab&#8216; ich es aber\n                    ausgesprochen, da&#223; mir diese Mission doppelt erw&#252;nscht sein w&#252;rde, kn&#252;pfte sich\n                    daran eine f&#246;rmliche Berufung nach Wien. Dabei hob ich\n                    den Wunsch hervor, vorzugsweise den Bibliotheken des Kaiserstaats, wie denen zu\n                        Venedig, zu Mailand, zu\n                        Verona, in B&#246;hmen\n                    meine Th&#228;tigkeit zu widmen, und deutete mehrere Gesichtspunkte an, unter denen\n                    meine Forschungen der Kaiserlichen\n                        Akademie der Wissenschaften nicht unwillkommen sein\n                    m&#246;chten.Da ich nun, so gut wie Graf\n                        Kuefstein, bis jetzt noch ohne Bescheid geblieben, so wage ich\n                    Eurer Excellenz unterth&#228;nigst zu ersuchen Seiner Durchlaucht dem F&#252;rsten Ministerpr&#228;sidenten mein\n                    Schreiben vom 16. April in Erinnerung zu bringen, und f&#252;r dasselbe, wenn es\n                    anders mit dem gn&#228;digen Urtheile Eurer Excellenz &#252;ber mich vereinbar ist, der\n                    gewichtigste F&#252;rsprecher werden zu wollen.Wie sehr meine im letzten\n                    Jahrzehend der &#214;ffentlichkeit &#252;bergebenen Arbeiten selbst von streng\n                    katholischer Seite anerkannt worden [sind], das sah ich neulich von Neuem an den\n                    mehrfachen Artikeln dar&#252;ber in dem Thesaurus librorum rei catholicae, W&#252;rzburg\n                    1850, S. 136, 210 fg, 223, 552, 877.Vgl. Thesaurus\n                        librorum rei catholicae. Handbuch der B&#252;cherkunde der gesammten Literatur\n                        des Katholizismus und zun&#228;chst der katholischen Theologie, Bde. 1 und 2,\n                        W&#252;rzburg 1848 und 1850.\n                    So hoff&#8217; ich gn&#228;dige Nachsicht und\n                    Entschuldigung f&#252;r mein Schreiben und habe die Ehre, in dankbarer Verehrung zu\n                    verharren\n                \n                \n'b'Eurer Excellenz \n                \n'b'unterth&#228;nigster DienerConst. Tischendorf\n                \n'b'Leipzig, den 17. Juli 1850\n            \n'5
b'Wien, 3. Mai 1850\n                \n'b'Hochgeborener Herr Graf!\n                \n'b'Der junge Professor in Olm&#252;z [Olm&#252;tz] sendete mir seine erste\n                    Vorlesung schon gedruckt mit dem Auftrage, ein Exemplar seinem hohen G&#246;nner\n                    zuzustellen. Selbst von Dankbarkeit das Herz voll, wollte ich diese &#220;bergabe mit\n                    wenigen Zeilen begleiten. Ich bin gl&#252;cklich, in diesem Vortrage die Hoffnungen\n                    schon bew&#228;hrt zu finden, die mit mir noch viele andere von dem Verfasser hegen,\n                    und ich m&#246;chte behaupten, wer so anfangen konnte, wird noch erst in der Zukunft\n                    die reichlichsten Fr&#252;chte darbieten. Er kann als Filosof eine der ersten Stellen\n                    noch in dem verwahrlosten &#214;sterreich\n                    einnehmen und man wird dann segnen denjenigen, der in dem gegenw&#228;rtigen Wirrsal\n                    mit scharfem Aug das Richtige herausgefunden und mit mutiger Hand an den rechten\n                    Ort gestellt hat. Der alte Zimm[ermann]\n                    mu&#223; heut die s&#252;&#223;esten Vaterfreuden empfinden, denn er hat diesen\n                    seinen Sohn nicht blos leiblich erzeugt, sondern auch geistig gebildet zu dieser\n                    Treflichkeit, ein Theil, der nicht mehr kann weder von dem einen noch von dem\n                    andern wieder genommen werden.Allein wie man doch bei besten Willen und\n                    besonnenster Wahl fehlgreifen kann. Wie freute ich mich, dass &#352;ilhavy zum Gymnasialinspector ernannt\n                    worden ist! Schmerzlich ist ihm nur, da&#223; sein Anstellungsdecret solange\n                    ausbleibt, er sehnt sich so schnell als m&#246;glich aus Olm&#252;z weg, um seinen neuen Wirkungskreis, des er so sehr sich\n                    freut, anzutreten; allein er wei&#223; noch immer nicht, ob seine Ernennung etwa nur\n                    ein Traum gewesen, oder von ihm blos mi&#223;verstanden worden ist. Noch immer glaube\n                    ich an seine T&#252;chtigkeit und da&#223; er nur Gutes stiften w&#252;rde. Und doch wie hat\n                    sich das in diesem Augenblik ge&#228;ndert! Gestern war Pr&#228;fect Effenberger bei mir und warf\n                    die &#196;u&#223;erung hin, da&#223; er am besten sich werde pensioniren lassen. Auf mein\n                    Staunen erwiederte er, da&#223; er mit Besch&#228;mung von hier zur&#252;kgehe, denn von allen,\n                    namentlich den Gymnasiallehrern gesch&#228;zt und gew&#252;nscht, ja von ihnen als dem\n                    W&#252;rdigsten erwartet, da&#223; er zum Schulinspector ernannt werde, eine Ernennung,\n                    die in Prag auch als schon geschehen angenommen wurde,\n                    erscheint er nun als derjenige, der von seiner h&#246;chsten Beh&#246;rde verworfen wurde,\n                    und er ist dar&#252;ber tief gekr&#228;nkt. Dies sein w&#246;rtliches Gest&#228;ndnis. Dazu meint\n                    er, die Gymnasiallehrer w&#252;rden dem statt seiner Gew&#228;hlten auch mit vieler\n                    Verstimmung begegnen, weil er nicht aus ihrer Mitte sei, was doch gesetzlich\n                    sein sollte, weil er nie Gymnasiallehrer gewesen und also weder mit den tausend\n                    Bed&#252;rfnissen und Gesch&#228;ften, welche das Amt erfordert, hinl&#228;nglich bekannt sein\n                    k&#246;nne, noch mit den Lehrern in der ihnen einzig zusagenden Weise zu verkehren\n                    imstande sein werde. Zeithammer sei\n                    von allen gleichm&#228;&#223;ig gesch&#228;tzt und ihn w&#252;rde man auf den H&#228;nden tragen,\n                        &#352;ilhavy aber betrachte man als\n                    einen Fremden, Eingeschobenen. Prag sei allarmirt deshalb.\n                    Er selbst (Effenberger)\n                    g&#246;nne dem Manne herzlich seine Stelle und sch&#228;tze seine hiezu dienlichen\n                    Kenntnisse und Eigenschaften; allein auch er habe und viel, viel l&#228;nger sich\n                    Verdienste erworben, sei vollkommen vertraut mit dem Amte, verehrt von den\n                    Lehrern und Sch&#252;lern, er sei ein Mitglied des Lehrercollegium, ihm geb&#252;hre das\n                    schon mit allgemeiner Zufriedenheit &#252;ber 20 Jahre lang versehene Vorsteheramt,\n                    das auch nur einem Mitglied geh&#246;re; seine allerdings vorhandene Kr&#228;nklichkeit\n                    sei auf dem Wege gehoben zu werden, da&#223; sie ihm nicht hinderlich sein\n                    k&#246;nne&#8230;Besorgt, da&#223; er selbst, der &#252;beraus bescheidene Mann, den ich seit\n                    der l&#228;ngsten Zeit nicht mehr gesehen und von dessen allseitiger, seltener\n                    Trefflichkeit ich zu meiner gr&#246;&#223;ten Freude wirklich &#252;berrascht worden bin, es\n                    nicht wagen w&#252;rde, &#252;ber diese Verh&#228;ltnisse mit Ihnen m&#252;ndlich und ganz\n                    unbefangen sich zu &#228;u&#223;ern, hielt ich mich verpflichtet, dieses unverholen selbst\n                    zu thun, nat&#252;rlich ohne ihn von diesem Vorhaben das mindeste merken zu lassen.\n                    Ich bin in der That in gr&#246;&#223;ter Verlegenheit, denn, was ich zeither zuf&#228;llig von\n                        Effenberger geh&#246;rt,\n                    lie&#223; mich auf ihn gar nicht Bedacht nehmen. Tr&#246;sten kann mich nur das Vertrauen\n                    auf denjenigen, der schon so oft und in schwierigeren Dingen eine richtige\n                    Auskunft gefunden, der also auch diesmal wird seine Ma&#223;regel so zu nehmen\n                    wissen, da&#223; dem Allgemeinen gedient ist. Ich selbst tr&#246;stete ihn mit der\n                    M&#246;glichkeit, da&#223; sein hoher G&#246;nner schon ihn an die rechte Stelle werde zu\n                    weisen wissen; allein auch das beruhigte ihn nicht, weil er in einer fremden\n                    Provinz unm&#246;glich sich zurechtfinden k&#246;nne, weil ganz B&#246;hmen bereits auf ihn gerechnet habe und freudig ihn erwartete.\n                    Von der andern Seite w&#252;rde &#352;ilhavy\n                    sich wahrhaft ungl&#252;cklich f&#252;hlen, wenn seine Ernennung r&#252;kg&#228;ngig w&#252;rde oder wenn\n                    er, mit seinen Familienverh&#228;ltnissen, in ein fremdes, vielleicht fernes Land\n                    wandern m&#252;sste. Kurz ich w&#252;&#223;te nicht zu helfen. Fehle ich nicht schon arg, da&#223;\n                    ich mir herausnehme, mit Ihnen von Dingen zu reden, die mich gar nichts angehen?\n                    Allein ich sehe hier viel weniger auf die Personen als auf die &#246;ffentliche\n                    Sache; und von den Personen steht mir keine h&#246;her, heiliger als diejenige, die\n                    ich um keinen Preis will in schiefe Stellung geraten lassen, und so lie&#223; ich\n                    mich verleiten, solang vielleicht noch Zeit ist, durch einen Wink n&#252;zlich zu\n                    sein. &#220;berdies munterte ich Effenberger, der mir gestand, noch sehr vieles das Schulwesen\n                    betreffende auf dem Herzen zu tragen, wenn nur die Zeit und das Gedr&#228;nge der\n                    kurzen Audienz es erlaubte, sich mitzutheilen, auf, dasselbe schriftlich und\n                    zwar unmittelbar zu thun, soda&#223; es in ihre H&#228;nde k&#228;me. Durchaus konnte er aber\n                    mir nicht genug sagen, von welch hoher und tiefer Verehrung und Liebe er von\n                    demjenigen durchdrungen sei, welcher durch die Hieherberufung ihn so\n                    ausgezeichnet habe, dessen Reden &#252;berall so genaue Kentnis, so innige Liebe, so\n                    aufopfernden Willen f&#252;r die Sache bezeugen.Seine Gef&#252;hle in dieser Hinsicht\n                    stehen nicht nach den eigenen Ihres\n                \n'b'gehorsamsten\n                \n'b'Michael Jos. Fesl\n                \n'5
b'Hochgebohrener Herr Graf\n                \n'b'Mit gro&#223;em Vergn&#252;gen habe ich vernommen, da&#223; Ihnen daran liege, f&#252;r Emporbringung\n                    unserer h&#246;heren Lehranstalten t&#252;chtige M&#228;nner, erprobte Gelehrte aus dem\n                    Auslande zu gewinnen. In dieser Hinsicht darf ich wagen, Ihnen einen mir seit\n                    langer Zeit wohlbekannten Professor in juridischer Sache nahmhaft zu machen,\n                    welcher Ihren W&#252;nschen und Absichten vollkommen entsprechen d&#252;rfte. Derselbe ist\n                    der dermalen an der Universit&#228;t in T&#252;bingen als Professor des r&#246;mischen Rechts fungirende Hofrath\n                        Warnk&#246;nig. Sein\n                    litterarischer Ruf ist durch gediegene Werke begr&#252;ndet. Seine franz&#246;sische\n                        Staatsgeschichte\n                        Vgl. Leopold August Warnk&#246;nig,\n                            Franz&#246;sische Staats- und Rechtsgeschichte, 3 Bde.,\n                        1845-1848.\n                     kann zum Muster f&#252;r &#228;hnliche Werke dienen. Er\n                    dozirte fr&#252;her mit ausgezeichneten Beifall an der Universit&#228;t in Gent; nach Ausbruch der belgischen\n                    Revolution erhielt er einen Ruf nach Freiburg sp&#228;ter nach T&#252;bingen. Ich halte ihn gleich bef&#228;higt f&#252;r eine Kanzel des\n                    r&#246;mischen Rechts wie f&#252;r eine der Rechtsgeschichte. Er ist dabei noch ein Mann\n                    in den besten Jahren, hat etwas die Welt gesehen, hat mit vielen Gelehrten\n                    namentlich auch mit franz&#246;sischen Rechtsgelehrten Verbindung, ist Mitglied der\n                    historischen Gesellschaft in Paris, &#252;brigens von rein\n                    monarchischen Grunds&#228;tzen. Mehr ist wohl nicht n&#246;thig von ihm zu sagen, um ihn\n                    zu empfehlen. Ich habe Ursache zu glauben, da&#223; er dermalen einem Rufe nach\n                        Wien nicht ungern folgen w&#252;rde,\n                    indem ich wei&#223;, da&#223; er den dermaligen Zust&#228;nden in\n                        S&#252;ddeutschland sehr abhold ist. Auch als Publizist w&#252;rde er\n                    gute Dienste leisten k&#246;nnen. Erlauben Sie Herr Graf, da&#223; ich diesen Anla&#223;\n                    benutze, um Sie in Ihrem neuen wichtigen Amt freundlichst zu begr&#252;&#223;en und die\n                    Versicherung der aufrichtigen Hochachtung zu erneuern, mit welcher ich\n                    verharre\n                \n'b'Ihr gehorsam ergebenster\n                \n'b'J. P. Wessenberg\n                \n'b'Carlsbad, den 23. Okt. 1849\n            \n'

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